Persönlichkeitsrechte – Das Recht am eigenen Bild 

Dürfen die folgenden drei Bilder in der DDB öffentlich zugänglich gemacht werden oder könnten sie aus persönlichkeitsrechtlichen Erwägungen problematisch sein?

Neben den Rechten des Urhebers am Werk, also z.B. des Fotografen, gibt es eine weitere Kategorie von Rechten, die bei Bildern nicht vergessen werden sollten: die Persönlichkeitsrechte der abgebildeten Menschen. Wenn ein Foto einer Person verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt wird, muss die abgebildete Person dies zuvor erlauben, denn sie hat grundsätzlich ein Recht an ihrem eigenen Bild. Dieser Schutz gilt sogar über den Tod einer Person hinaus: Bis zehn Jahre nach dem Tod haben die hinterbliebenen Angehörigen das Recht der Einwilligung in eine öffentliche Zurschaustellung.

Eine erste Ausnahme wird bei Auftragsfotografien gemacht: Hier greift die Vermutung, dass der Abgebildete in eine Veröffentlichung eingewilligt hat, wenn er eine Bezahlung für die Fotos erhalten hat.

Heine. Summer feeling 1999, Bestellkatalog/ Warenkatalog, Quelle: DDB

Beim ersten Beispielfoto ist es wahrscheinlich, dass das Model auf dem Cover des Versandkatalogs eine Bezahlung erhalten hat und somit zumindest die Vermutung für die Einwilligung greift. Dieses Foto ist deshalb aus persönlichkeitsrechtlicher Sicht unproblematisch.

Eine weitere Ausnahme vom Recht am eigenen Bild wird gemacht, wenn die abgebildete Person aus dem Bereich der Zeitgeschichte stammt. Unter diese Kategorie fallen zum einen Prominente wie Politiker oder Popstars und zum anderen Personen, die wegen eines konkreten Ereignisses in den Fokus der Öffentlichkeit geraten sind, etwa als Straftäter. Jedoch muss man hier vorsichtig beurteilen, in welchen Situationen ein allgemeines Interesse der Öffentlichkeit berechtigt ist und der generellen Privatsphäre vorgehen kann. Dabei kommt es auch darauf an, ob die Personen gerade in der Öffentlichkeit ihre öffentliche Rolle wahrnehmen, oder im privaten Raum abgebildet werden.

Freiburg im Breisgau: Angela Merkel besucht die Universität, Quelle: DDB

Auf dem Bildbeispiel zwei sieht man Angela Merkel, damals noch Generalsekretärin und Bundesvorsitzende der CDU, bei einem Besuch der Universität Freiburg. Sie ist eine Person der Zeitgeschichte und die Fotosituation fand in der Öffentlichkeit statt, sodass dieses Foto keine persönlichkeitsrechtlichen Probleme aufwirft.

Außerdem ausgenommen von dem Gebot der Einwilligung sind solche Fotos, auf denen die abgebildeten Menschen nur nebenbei und nicht zentral abgebildet sind oder auf denen eine Versammlung aufgenommen wurde, bei der die Menschen Teilnehmer waren.

Freiburg im Breisgau: Demonstration gegen die Gesundheitsreform, Quelle: DDB

Auf dem dritten Bild ist dies der Fall, die Personen sind Teilnehmer einer Demonstration und in diesem Kontext fotografiert worden.